Louis Braille, französischer Blindenlehrer und Erfinder der Blindenschrift, wurde am 4. Januar 1809 in Couvre, einem kleinen Dorf östlich von Paris, geboren. Sein Vater war der Schuster Simon René Braille.
Im Alter von drei Jahren verletzte Louis sich mit einer Ahle seines Vaters an einem Auge. Es kam zu einer Entzündung, die sich auf das andere Auge übertrug. Daraufhin wurde Louis auf beiden Augen blind.
Zuerst ging Louis auf die Dorfschule. Ab 10 Jahre besuchte er das von Valentin Haüy 1784 gegründete Blindeninstitut in Paris. Dort gab es Bücher, die die Schrift der Sehenden in Reliefform darstellte. Diese Reliefschrift konnte zwar gelesen werden, aber zum Schreiben war sie ungeeignet.
Es gab auch schon eine Schrift mit erhabenen Punkten, die der französische Offizier Nicolas-Marie-Charles Barbier für militärische Zwecke erfunden hatte. Sie diente dazu, dass Soldaten Kurznachrichten auch bei Dunkelheit lesen konnten. Diese Schrift basierte nicht auf Buchstaben, sondern auf Klangzeichen. Sie bestand aus 10 bis 12 Punkten und konnte nur mühselig gelesen werden, da sie für eine Simultanerfassung zu groß war.
Zwischen seinem 14. und 16. Lebensjahr entwickelte Louis ein einfaches 6-Punkte-System, welches das Alphabet darstellte. Die Grundform dieses Systems konnte mit einer Tasteinheit erfasst werden.
Louis wurde Lehrer und blieb am Pariser Blindeninstitut. Sein ganzes Leben lang kämpfte er für den Einsatz seiner Schrift. Erst 1850 wurde sie von der pädagogischen Akademie Frankreichs anerkannt. Heute wird sie weltweit eingesetzt.
Louis starb am 6. Januar 1852 im Alter von 43 Jahren. Er war Opfer der Tuberkulose, die ihn 17 Jahre lang geplagt hatte.